Einleitende Gedanken

Die Yonama – Projekt GmbH ist in den Kreisen Wesel und Kleve in der Eingliederungshilfe für suchterkrankte und psychisch beeinträchtigte Menschen tätig. Unser Angebot richtet sich an Menschen, die in Folge einer Beeinträchtigung wesentlich in ihrer Fähigkeit, an der Gesellschaft teilzuhaben eingeschränkt sind oder hiervon bedroht sind. Die Yonama – Projekt GmbH unterstützt die Menschen mit psychischer Beeinträchtigung und/oder mit einer Suchterkrankung darin, ihre Beeinträchtigungen zu verstehen und anzunehmen, verlorene Kompetenzen wiederzuerlangen und potentielle Ressourcen auszuschöpfen. Wir bieten den hilfesuchenden Menschen zeitnah und individuell Unterstützungsmöglichkeiten, bei denen sie mit ihren Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen. Das zentrale Anliegen in der Beratung, Begleitung und Unterstützung liegt darin, gemeinsam mit der hilfesuchenden Person die individuellen Möglichkeiten zu einem selbstbestimmten Leben auszuloten und Zielsetzungen zu erarbeiten. Hierzu gehören z.B. die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bzw. die Aufhebung der oftmals bestehenden Isolation, die Ausübung einer angemessenen Tätigkeit, die materielle Absicherung und die Schaffung der Unabhängigkeit von Betreuung. Die Yonama – Projekt GmbH versteht die individuellen Zielsetzungen und
ihre Realisierung als Prozess, der den individuellen Entwicklungen und dem
Bedarf laufend anzupassen ist. Der Arbeit der Yonama – Projekt GmbH liegt ein humanistisches Menschenbild zugrunde, das den betroffenen Menschen ganzheitlich wahrnimmt und sich an seinen individuellen Ressourcen orientiert. Der Klient steht im Mittelpunkt unseres Handelns, wir sehen jedoch auch die Notwendigkeit das soziale Umfeld einzubeziehen. Die Yonama – Projekt GmbH betrachtet hierbei ein mehrdimensionales Krankheitsmodell der Sozial-Psychiatrie, das von Wechselwirkungen biologischer, psychischer und sozialer Einflussfaktoren bei der Entstehung und dem Verlauf psychischer Störungen (auch Beeinträchtigungen durch eine Suchterkrankung) ausgeht.

 

Zielgruppe

Unser Angebot richtet sich an Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung und/oder Suchterkrankung, die hierdurch im alltäglichen Leben erheblich beeinträchtigt sind, so dass Hilfen in spezifischen Bereichen notwendig sind. Wir sehen in der Unterstützung, Beratung und Begleitung von Menschen mit einer psychischen Erkrankung und/oder zusätzlichem Suchtmittelmissbrauch/-abhängigkeit eine besondere Herausforderung. Darüber hinaus bietet die Yonama-Projekt GmbH der stetig wachsenden Gruppe traumatisierter Menschen fachlich adäquate Unterstützung an.

Zu den chronifizierten psychischen Störungen und Erkrankungen zählen etwa Angststörungen, Phobien, Depressionen, manische oder manisch-depressive Störungen, Persönlichkeitsstörungen, dissoziative Störungen und Konversionsstörungen, posttraumatische (komplexe) Belastungsstörungen, schizophrene Erkrankungen u.a.

In vielen Fällen bestehen sog. Komorbiditäten, d.h., dass zwei oder mehrere Störungen nebeneinander auftreten. Dieses wird besonders deutlich, wenn zusätzlich zu den oben aufgeführten Störungen z.B. Süchte in verschiedenster Art und Ausprägung vorhanden sind, sei es stoffgebunden (Alkohol, Tabletten, Cannabis…) oder stoffungebunden (Essstörungen, Kauf- oder Spielsucht …).

 

Betreuungsziele

Unsere Begleitung wird anhand eines individuellen Hilfeplans auf jeden einzelnen Klienten abgestimmt. Ziel ist es, den hilfesuchenden Menschen darin zu unterstützen, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten und mehr Lebensqualität zu entwickeln. Im Rahmen der Hilfeplanung entwickelt der Klient gemeinsam mit dem Bezugsbetreuer für verschiedenste Lebensbereiche persönliche Ziele, die regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden.

 

Betreuungsinhalte

Das Hilfsangebot umfasst beispielsweise :

 

  • Behördenangelegenheiten
  • Findung und Führung einer Wohnung
  • Begleitung zu Ärzten oder Kliniken
  • ggf. Anbindung an weitere Institutionen
  • Unterstützung bei der Schaffung von Tagesstruktur
  • Förderung sozialer Kontakte / Kompetenzen
  • Entwicklung von Berufs-, Tätigkeits- und Freizeitmöglichkeiten
  • Stärkung und Verwirklichung eigener Fähigkeiten
  • Reflexion von problematischen Verhaltensweisen sowie Hilfestellung im Bereich der Verhaltensänderung
  • Hinführung zur Selbstfürsorge
  • Erarbeitung von Konfliktlösungskompetenzen
  • Beratung in Krisen, Begleitung in und durch Krisensituationen
  • und und und …

Hilfeform

Eingliederungshilfe bedeutet für uns, dass die betroffenen Menschen, die im Rahmen des ambulanten betreuten Wohnens begleitet werden, Hilfe in der Form erhalten sollen, dass sie in ihrem Alltag immer wieder die Möglichkeit bekommen, sich situativ die Fragen zu beantworten: Was will ich? Was kann ich? Was soll ich? Also: Wer bin ich?
Diese handlungsleitenden Fragen sollen immer wieder neu und situativ im Alltag mit fachlicher Hilfestellung beantwortet werden.
Der Klient bleibt in der Verantwortung für sein Leben und wir geben ihm dazu die gewünschten Hilfestellungen. Diesen Prozess persönlicher Identitätsbildung verstehen wir als den Prozess gesellschaftlicher Integration. Dies heißt auch, dass wir die Gestaltung von professionellen Beziehungen nicht als Ersatz an die Teilhabe der Gemeinschaft / Gesellschaft oder als Alternative zu sozialer Integration betrachten.
Wir betreuen die Klienten primär aufsuchend, d.h. in ihrer Wohnung bzw. in ihrem sozialen Umfeld. Die zeitliche Struktur orientiert sich hierbei am Hilfebedarf des jeweiligen Klienten. Die Unterstützung und Förderung durch Gespräche oder praktisches Tun findet in Form von Einzelkontakten oder Gruppenangeboten statt. Jeder Klient wird von einer Fallführungskraft und einer Ergänzungskraft begleitet. Zusätzlich bieten wir für unser Klientel einen Bereitschaftsdienst an, der rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche, d.h. auch an Sonn – und Feiertagen erreichbar ist.

Personal

Das Team ist fachqualifiziert und multifunktional einsetzbar. Entsprechende Spezifikationen in der psychosozialen Beratung, der Suchtprävention und sozialtherapeutischen Beratung sind vorhanden und werden entsprechend eingesetzt. Alle Mitarbeiter haben mehrjährige Berufserfahrung im sozialen Bereich durchlaufen. Das Team arbeitet nach einem ganzheitlichen Ansatz und bezieht nicht nur den betroffenen Menschen in die Arbeit mit ein, sondern auch sein soziales Umfeld. Die Mitarbeiter besuchen Fortbildungen und Informationsveranstaltungen zu aktuellen pädagogisch-therapeutischen, medizinischen und sozialarbeiterischen Themen, welche
extern oder in Form von internen Schulungen stattfinden.
Neben der fachlichen Qualifizierung bringt jeder Mitarbeiter seine eigene Persönlichkeit mit in die Arbeit ein und schafft so tragbare Beziehungsebenen, die eine Zusammenarbeit auf ‘Augenhöhe’ unserer Auffassung nach erst möglich macht.

Kooperation und Koordination / Vernetzung

Als wichtige Komponente für die klientenzentrierte Arbeit sehen wir die transparente und koordinierte Zusammenarbeit aller am Hilfeprozess eingebundenen Einrichtungen, Institutionen und Personen, z.B. Ärzte, gesetzliche Betreuer, Vereine oder Angehörige. Die Yonama–Projekt GmbH ist in die regionalen aber auch überregionalen Angebotsstrukturen engmaschig eingebunden und legt großen Wert auf das Zusammenspiel interner und externer Angebote.
Auch die Zusammenarbeit und Mitwirkung in verschiedenen Fachgremien ist uns wichtig, um an aktuellen Themen der Sozialpsychiatrie teil zu haben und diese mitzugestalten.

Schlussbemerkung

Die konzeptionelle Ausrichtung sowie Spezialisierung im Bereich der Sozialpsychiatrie in Kombination mit den gegebenen gesellschaftlichen Strukturen und den bereits vielfältig gemachten Erfahrungen, lassen für uns weiterhin keinen Zweifel an der Richtigkeit und Notwendigkeit unseres Unternehmens.